Logbuch der "Loup"

Seperator

Neben den Logs der jeweiligen Skipper sind immer auch alle Mitsegler herzlich eingeladen mit ihren Eindrücken und Erlebnissen die Lust auf einen tollen Törn zu wecken...

Info: Zum nachverfolgen der Törns lassen sich die Positionen der "Loup de Mer" über eine Google Map anzeigen: Unterwegs...

Transatlantik: Die Berichte von den Überfahrten noch einmal zusammengefasst...

 

Mittwoch, 02. November 2011 - 08:56

wo ist der wind denn geblieben???

Montag 31.10./ Dienstag 01.11.

Die letzten zwei Tage waren ohne größere Höhepunkte, weil irgend jemand den Wind abgestellt hatte. So fuhren wir per Maschine in zwei relativ kurzen Tagesetappen weiter und passierten Cap Corse. Das berüchtigte Cap dessen Passage grad bei Starkwind schwierig, manchmal sogar unmöglich werden kann. Hier und jetzt, so in der Flaute sah es ja wieder ganz friedlich aus. Aber übermorgen wird es hier wieder gut toben. Deshalb sind wir ja auch so fix nach Osten. Ein kräftiges Sturmtief soll reichlich Wind aus Südosten bringen. Die Passage des Caps würde dann recht hart werden und der weitere Weg gegen den Sturm auch nicht soviel angenehmer. Also werden wir uns Morgen frühzeitig auf die Socken machen, um den Schlag nach Elba rüber, hinter uns zu kriegen.


 

Mittwoch, 02. November 2011 - 08:56

felsentour

30.10. Sonntag

Mit länger Schlafen war nix...auf die Stunde Gewinn durch die Zeitumstellung haben wir auf nen zeitigen Start verzichtet. Glücklicherweise war kein Wind. Ist ne Situation worüber der Segler an sich eher schwer betrübt is. Wir wollten aber eine Tour durch das wunderschöne Naturschutzgebiet Scandola machen. Natürlich mit der Loup unter dem Hintern. Da geht's an tollen Felsformationen vorbei und zwischen steilen schroffen Felswänden. Einfahren in ganz enge Schluchten, bis kein weiterkommen mehr möglich war und dann wieder raus. Ein grandiose Landschaft zeigte sich von ihrer besten Seite. Strahlender Sonnenschein und ruhige See machten es zum Highlight des Tages. Nach gut 3 Stunden sind wir noch in eine kleine knuffige Bucht und Saskia und Hans-Peter sind schnell ins Wasser gehupft...Ende Oktober eben...Es waren aber noch 19! lt. Temperaturanzeige...im Wasser...Die Luft hatte schon wieder weit in die Zwanzig grad, schien doch die Sonne seit Stunden und kein Wölkchen trübte den Himmel ein. Leider kam der Wind nicht wie erhofft nach Ende der Felsentour und so mussten wir eben bis Calvi an grandioser Landschaft vorbeidieseln.


 

Sonntag, 30. Oktober 2011 - 12:08

schöner warmer herbst...

Samstag den 29.10.

Gleich zum Sonnenaufgang gabs Frühstück und dementsprechend zeitig sind wir auch los. Nur kurz aus dem Windschatten rausmotort, noch ein paar Boje-über-Bord Manöver unter Maschine und schon gingen die Segel nach oben. Es war zwar nur leichter Wind und kam uns genau entgegen, aber besser als motoren alle mal. Aber es machte trotzdem sehr viel Spaß. Mit eher geruhsamen Geschwindigkeiten kreuzten wir uns nach Norden. Unmittelbar am Cap Rossu ging der Anker in der wunderschönen Cala Palu in die Tiefe. Von tollen roten Felsen umgeben und viel grüner Maggia liesen wir den Tag gemütlich ausklingen...war ja auch nicht mehr lang bis zum Sonnenuntergang. Saskia is noch eben ins Wasser gesprungen. War ja auch noch 20°was da die Anzeige versprach..
Tagsüber hatten wir so gegen 23°. Also schlechtesten Falls Herbst. Und dies fast im November. Also mit Nord oder Ostseeseglern würd ich jetze nicht tauschen wollen. Aber es ist tatsächlich tagsüber noch außergewöhnlich warm für diese Zeit. Sonst sind die recht hohen Berge um diese Zeit längst unter einer Schneehaube versteckt. Dementsprechend kalte Luft fällt aus den Bergen herab. Aber wie gesagt; Momentan haben wir noch recht warmes Herbstwetter. Die hohen Berge Korsikas und die duftende Maggia sind immer noch toll anzuschauen. Grad jetzt zum Sonnenuntergang. Hans- Peter steht in der Pantry und brutzelt uns was leckeres zurecht...Noch ein paar Rotwein und dann fasziniert in die Sterne geguckt...und schon geht's wieder in die Koje. Auch Morgen wollen wir ja zeitig raus...


 

Sonntag, 30. Oktober 2011 - 09:08

schnelle rauschefahrt durch bewegte see

Freitag den 28.10.12 Bonifacio - Pointe de le Parata 47 NM

Mit der Sonne ist auch die Crew der Loup aufgestanden. Saskia is noch schnell losgesaust und hat frisches Baguette geholt. Auch gleich Brot für die nächsten Tag. Unser nächster geplanter Landfall bzw. Hafenaufenthalt is erst in Calvi geplant und das sind je nach Windverhältnissen 3-4 normale Segeltage. Gleich nach dem Frühstück hieß es Leinen los und bis aus dem langen Fjord wurde motort und nach der Felseneinfahrt wurde die Genua gesetzt. Ziemlich achterlicher Wind war angesagt. Da würde das Großsegel die deutlich größere Genua stark abdecken und so blieb das Großsegel erstmal unter der Persenning verpackt. Was sich auch als richtige Entscheidung erwies, denn der Wind legte erstmal gut mit 6 Bft zu. Das war nen schneller Start und lässt hoffen...Böen bis 30 Knoten Wind liessen die Loup schnell durchs Wasser schäumen, das die Gischt nur so spritzte. Und dies alles bei strahlendem Sonnenschein Ende Oktober mit Wassertemperaturen noch über 20°...So schön kann Herbstsegeln sein. Unsere Kleiderordnung besteht momentan aus Shorts und ner dünnen Fliesjacke. Sonnenschutz darf aber nicht vernachlässigt werden. Welch ein Unterschied zu Ost und Nordsee! Die Hafen sind momentan auch deutlich leerer als zur Saison...die Preise aber noch erstaunlich hoch. Über 100 Eus hatten wir in Palma legen müssen, in Bonifacio immerhin noch knapp 60!..Aber man ist si ziemlich alleine unterwegens. Die Buchten sind völlig leer und Warteschlangen an der Capitanerie und den Hafenduschen gehören der Vergangenheit an.
Nun aber wieder zum Segeln auf der Loup de Mer. Der Wind nahm in Böen zeitweise bis 35 Knoten zu und die Loup zischte nur so durchs Wasser. Die Genua war noch ganz draußen und so zogen wir in erstaunlicher Geschwindigkeit unseren Zielen entgegen. Das erste Ziel war ziemlich schnell erreicht und so ging's natürlich weiter. Am Capo Moro ( Mohrenkap) hörte der Wind mit einem Schlag auf und der Motor (Theo genannt) musste ran um uns die letzten Seemeilen bis zu den Sanguares (Die Blutrünstigen) zu bringen. Die Insel heißen tatsächlich so, ist es doch eher ne lange Reihe an kleineren Inseln und Klippen. Diese ist vielen Schiffen schon zum Verhängnis geworden und deshalb: Die Blutrünstigen! Die Inselgruppe liegt direkt am nördlichen Eingang des Golfo Ajacco.


 

Freitag, 28. Oktober 2011 - 10:57

auf nach bonifacio...

Donnerstag den 27.10.2011

..ging's am nächsten Tag. Bei Morgendämmerung raus aus der Koje. Gut gefrühstückt und dann hiess es schon wieder Anker-auf! Gleich in der Bucht von La Colba gingen die Segel hoch und mit großem Speed ging's die paar Seemeilen rüber nach Bonifacio. Warum nicht gleich gestern wird so mancher fragen? Boni is einfach zu schön um erst abends da anzukommen und gleich zu schlafen und am nächsten Tag wieder früh raus. Nen ausgedehnten Stadtbummel sollte die Crew sich da mal leisten können....


 

Donnerstag, 27. Oktober 2011 - 11:18

auf große fahrt...

Montag den 24.10.2011

Zeitiges Aufstehen war wieder einmal angesagt. Gegen Sonnenaufgang wollten wir Anker-auf gehen. Am Vorabend sind wir schwer ins Staunen gekommen. Sage und schreibe 8! große Fahrtenkatamarane kamen kurz vor Sonnenuntergang in unsere, bis dahin, einsame Bucht. Ist vielleicht nen Treffen gewesen. Oder ne Art Flottillen Törn...Weiß der Geier... Zum Frühstück dann die schlechte Nachricht das Timo schwer Schmerzen hatte die letzte Nacht. Er hatte sich vor einiger Zeit einer OP unterzogen und hatte da wieder einige Probleme. Er wollte da keinerlei Risiko eingehen und hat schweren Herzens entschieden den nächsten Flieger wieder zurück nach Haus zu nehmen um beim Doc vorstellig zu werden. Schade!!! Waren wir natürlich alle ein bissl geschockt! Aber sicher ist sicher und so ist es allemal sicher als große Probleme weit ab jeder Küste zu bekommen. Denn der lange Schlag nach Korsika stand ja an. Dies heißt gut 2Tage am Stück segeln ohne jede Landsicht. Wir haben dann Timo an der Ostküste schweren Herzens verabschiedet. Die Loup machte sich aber gleich wieder auf den Weg. Noch in der Bucht von Cala Figuera ging das Großsegel hoch und bei halben Wind rauschten wir Richtung Nordosten in die See hinaus. War das ein schönes Segeln. Bei halben bis raumen Wind schäumte die Loup munter durch die See. Weit und breit kein anderes Schiff in Sicht. Die Küste von Malle verschwand allmählich in der Ferne und weit und breit voraus nix. Ev. kommen die Lichter von Menorca in der Nacht noch mal in Sicht. Mit schneller Fahrt ging's dann nach Nordosten. Als sich abends die im Wetterbericht angekündigten Wetterfront schnell von achtern näherte, gingen wir kein Risiko mehr ein und bargen das Großsegel komplett. Immerhin war ja laut Malle-Funk Unwetterwarnungen mit schweren Regenfällen und Böen bis zu 80 km/h zu erwarten. Die haben sich zwar glücklicherweise nicht über uns entladen. So sind wir in der teilweise etwas ungemütlichen See weiter nach Nordost gesegelt, wohl wissend, die Loup hätte noch etwas mehr Wind vertragen können! Aber um uns zuckten schwere Gewitter und es hat uns ein klein wenig Arbeit gekostet dem alles etwas auszuweichen. Aber es ging gut und Mittwoch morgen im Frühdunst kamen die ersten vorgelagerten Inseln von Sardinien in Sicht. Natürlich waren wir da noch lange nicht da, allerdings fühlte sich die Crew schon ein ganz klein wenig wie an Land, war es doch für alle das erste Mal so ne lange Strecke ohne jede Landfallmöglichkeit. Die letzten Seemeilen wurden dann motort, denn der Wind nahm deutlich ab und hinterließ noch eine recht kabbelige See, bei der es sehr schwer war die Segel zum stehen zu bringen. Alles flatterte und knallte da nur. Gut...die Akkus sollte eh was aufgeladen werden und so hatten wir auch genügend warmes Wasser für eine Dusche. Grad Saskia hat es sehr nach Haarewaschen verlangt. Alle waren wir schon gesäubert, jedenfalls körperlich. Genau als die Sonne denn unteren Rand der Welt berührte ging der Anker nach unten, in der Bucht La Colba, unmittelbar östlich des CapoTesta, der Nordspitze von Sardinien.


 

Sonntag, 23. Oktober 2011 - 23:20

und wieder geht's los mit neuer crew...

am Sonntag dem 23.10. recht früh sind Kira und Axel zu ihrem Flieger per Taxi gesaust...halt euch die Daumen für einen angenehmen Heimflug!!!
Die neue Crew schlummerte noch was. Aber 0800 war Schluss mit lustig. Die Musik ging an und das Frühstück wartete bereits. Piet war noch mal zum Brötchen holen weg, aber er war zeitiger unterwegens als das die Spanier diese verkaufen wollten! Also mit dem Leben was wir hatten...
Da Saskia und Piet am Vortag gut eingekauft hatten, waren unsere Vorräte gut aufgefüllt. Nach dem Frühstück wurde noch mal frisches Brot geholt und dann noch ein kurzer Toligang und schon hieß es nach kurzer Bootseinweisung :Leinen los!!!
Saskia bracht und bei auflandigen Wind gekonnt von der Pier weg. Alles bestens!!! Gleich die Leinen aufgeschossen und die Fender weggepackt. Nach einer Meile rausmotort aus der Küstenabdeckung wurden die Segel hochgezogen. Am Wind wurde gesegelt mit ein paar Kreuzschlägen. Nördlich der Insel Moltana und südlich der Colonia St. Jordi ging der Anker in einer sehr ruhigen Bucht auf Tiefe. Piet jagte an den Herd und zauberte lecker Abendessen.




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